AB DEM 1. MAI 2026 IN DER ARD MEDIATHEK
AM 5. MAI, 00:05 UHR, IM ERSTEN (1x 30')
AM 6. MAI, AB 23:35 UHR, IM NDR FERNSEHEN (3x 30')
Die ARD-Doku-Serie „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“ blickt hinter das öffentliche Bild der deutschen Rap-Ikone Xatar und begibt sich auf die Suche nach dem Menschen Giwar Hajabi – zwischen Inszenierung, Widersprüchen, Brüchen, Verfehlungen und Sehnsüchten. Die Dokuserie zeichnet Xatars Biographie zwischen Schatten und Licht differenziert nach und fragt: Was bleibt von diesem Menschen, der so viele Leben geführt hat, als Musiker, Gangster, Talentscout, Geschäftsmann, Ikone, Ehemann, Vater?
Aus der Geflüchteten-Unterkunft in die deutschen Charts, aus Bonner Internetcafés in die Chefetagen der Musikwelt und auf die Kinoleinwand, von der Straße über den Knast in den eigenen Bürotower und schließlich zurück zum engsten Kreis: Kaum eine Figur hat die Widersprüche und Extreme, die das Spielfeld Deutschrap zu bieten hat, so stark personifiziert wie der Gangsta-Rapper Xatar.
Noch zu Lebzeiten begonnen, blickt die ARD-Dokumentation »XATAR« knapp ein Jahr nach seinem Tod in drei Episoden auf das Leben der öffentlichen und privaten Person Giwar Hajabi aka Xatar zurück. Sie eröffnet Perspektiven, die es so bislang noch nie gab: So spricht erstmals Xatars Ehefrau ausführlich über ihr gemeinsames Leben. Sie erzählt vom Kennenlernen als Teenager im Bus, von den Startschwierigkeiten ihrer Beziehung und der schlussendlichen Entscheidung, ihr Leben an der Seite eines Gangsta-Rappers zu verbringen. Die Liebesbeziehung hält - selbst in Phasen, in denen Xatar wegen eines Goldraubs vor der Polizei ins Ausland flieht und anschließend fünf Jahre in Haft verbringt.
»XATAR« ist eine Geschichte über Loyalität und Läuterung - und zugleich über den Traum eines rastlosen Mannes, der hoch hinauswill, Kunst und Unternehmertum verbindet, sein Millionen-Imperium verliert, aber seine Familie gewinnt. Erzählt wird diese Geschichte mithilfe von Archivmaterial, szenischen Rückblicken und Stimmen aus dem engsten Umfeld. Zu Wort kommen Weggefährtinnen und Weggefährten wie Schwesta Ewa, SSIO, Samy, Maestro, Moritz Bleibtreu, Farid Bang oder Apache 207. Gemeinsam mit den Journalist*innen Miriam Davoudvandi, Düzen Tekkal, Toxik, Rooz, Aria Nejati und Simon Vogt, zeichnet der Freundes- und Kollegenkreis das vielschichtige Bild eines Künstlers und Unternehmers, der von Ehrgeiz, Verantwortung und dem Wunsch, anzukommen, angetrieben war.
REGIE
Stefan Kauertz
AUTOR*INNEN
Stefan Kauertz, Alex Barbian, Falk Schacht
DRAMATURGIE
Johannes Oschwald
DOP
Jesse Mazuch
TONMEISTER*IN
Bianka Schulze, Alexander Stark
KAMERAASSISTENZ
Timo Blessing
EDITOR
Felix Rudek
ZUSÄTZLICHE EDITORIN
Susanne Erler
GRAFIK
Bastian Wienecke
ANIMATION
TBA
ARCHIV PRODUCER
Oriana Ramhorst Oblea, Julia Milz
ARTIST RELATIONS
Johanna Ramisch
AUFNAHMELEITUNG
Johanna Ramisch
PRODUKTIONSLEITUNG
Daniel Morais dos Santos Bruss
HERSTELLUNGSLEITUNG
Silke Stillig
POSTPRODUKTIONSLEITUNG
Theo Bass
MISCHUNG
TBA
FARBKORREKTUR
Maren Henke
REDAKTION FILM FIVE
Johanna Ramisch, Abena Karhan, Carla Hartmann
JURISTISCHE BERATUNG (NDR)
Klaus Siekmann
AUSFÜHRENDER PRODUZENT
Stefan Kauertz
PRODUZENTEN
Yan Schoenefeld, Florian Schewe
DISTRIBUTION ARD
Svea Abraham, Luca Bittner, Jana Boetel, Jonas Colsman, Sejla Didic-Pavlic, David Diwiak, Julia Hercka, Vivien Jaschok, Lukas Kammer, Janne Schmidt, Patrick Secker, Christina Sabrowsky, Sophie Schumacher-Hernández, Sebastian Steimel, Vanessa Völker, Paula-Lu Wiedeking
REDAKTIONSASSISTENZ ARD
Anica Rose (NDR)
PRODUKTIONSLEITUNG ARD
Virginia Maassen (NDR)
REDAKTION ARD
Florian Müller (NDR), Domenica Berger (NDR), Ann-Christin Gertzen (WDR), Marisa Middleton (SWR), Patrick Secker (HR)
EPISODE 1
Xatars Ehefrau Farvah und sein letzter Geschäftsführer Tobi erinnern sich an einen prägenden Moment: Im Frühjahr 2024 war es dem »Baba aller Babas« gelungen, seine Lieder auf die Bühne der Elbphilharmonie zu bringen. Dort sehen wir Xatar Backstage an einem Flügel sitzen - etwa ein Jahr nach diesen Aufnahmen war er tot. Jetzt gilt es, seine Hinterlassenschaften zu sortieren: Tobi räumt mit Xatars engen Freunden SSIO und Samy einen Lagerkeller aus. Gemeinsam erinnern sie sich an ihre Jugend im Bonner Viertel Brüser Berg. Schnell wird sichtbar, welche Brüche ihre gemeinsame Geschichte geprägt haben. Farvah beschreibt, wie schwer es für sie war, den Mut für ihre junge Liebe aufzubringen, und wie jäh die Beziehung zu Xatar von einem Verbrechen mit internationaler Dimension ausgebremst wird.
EPISODE 2
Die Freunde Xatar und Samy überfallen einen Goldtransporter. Farid Bang versucht während einer Session für das posthum erscheinende Xatar-Album im Gespräch mit Samy eine Antwort auf eine legendäre Frage zu finden: Wo ist das Gold? Über Moskau führt die Flucht Xatar und Samy in den Irak, wo sie im Gefängnis landen und später von Foltererfahrungen sprechen werden. Schließlich werden sie nach Deutschland ausgeliefert und verbüßen lange Haftstrafen. Im Gefängnis nimmt Xatar das Album »415« auf, das den Hype um sein Label »Alles oder Nix« befeuert. Farvah empfindet das Wiedersehen im Knast als ambivalent. Ein paar Jahre später gibt sie Xatar schließlich das Ja-Wort - hinter Gittern.
EPISODE 3
Nach seiner Haftentlassung wird sehr vieles, was Xatar anfasst, zu Gold. Er chartet mit zwei Alben auf Platz eins, entdeckt immer neue Top-Künstler und schließt einen Rekord-Deal mit einem New Yorker Musikkonzern ab. Mitten in Köln eröffnet Xatar anschließend den Goldmann Tower: Sieben Etagen, dreißig Mitarbeiter, in den ersten sechs Monaten sollen hundert Artists unter Vertrag genommen werden. Jetzt scheint alles möglich: Xatar betätigt sich auf immer neuen Geschäftsfeldern, während sein Leben von Fatih Akin fürs Kino verfilmt wird. Schon bald fordert das schiere Tempo von Xatars Leben seinen gesundheitlichen Preis. Während »Rheingold« auf Platz eins der Kinocharts steht, bricht hinter den Kulissen Xatars Geschäftsimperium zusammen. Ein Insolvenzverwalter wird eingesetzt, um das Durcheinander zu ordnen. Xatar sucht derweil Ruhe und kehrt dorthin zurück, woher er gekommen ist: zu seiner Familie, zu seinen Kindern, zu Samy, auch zur Musik. In dieser Phase wird ihm klarer, was wirklich zählt. Doch dann verstirbt Xatar im Mai 2025 plötzlich mitten im Arbeitsprozess zur neuen Platte. Das mediale Echo ist überwältigend - nun ist es an Farvah, Tobi, Samy und vielen Guest-Features, Xatars musikalisches Erbe fertigzustellen.
»Die größte Herausforderung für uns bestand darin, die extrem vielfältigen Facetten von Xatar alle in der Serie unterzubringen, weil er ein sehr extremes und außergewöhnliches Leben führte. Manchmal hatten wir das Gefühl, er hat drei Leben gleichzeitig gelebt. Wir danken allen Interviewten - insbesondere Xatars Ehefrau Farvah - die uns so tiefe und persönliche Einblicke gewährt haben.«
DIE AUTOR*INNEN
Die ersten Dreharbeiten zur dreiteiligen ARD-Dokumentation »XATAR« fanden noch mit Xatar selbst zu seinen Lebzeiten statt. Im Rahmen des Xatar-Konzerts in der Elbphilharmonie Hamburg 2024 entstand ein bisher unveröffentlichtes Interview, das als wichtige Basis der Serie der Berliner Produktionsfirma Film Five dient. Kurz nachdem sich die ARD und die Produktionsfirma auf die Umsetzung der Dokuserie verständigt hatten, starb Xatar. Die Arbeiten am Projekt wurden unterbrochen. Gemeinsam mit Film Five hat sich die ARD dazu entschlossen, das Projekt fortzuführen und die Dokuserie mit einem erweiterten Storytelling zu Ende zu bringen. So steht nun u.a. Xatars Frau Farvah Hajabi als eine zentrale Protagonistin im Fokus der Erzählung. Unter diesen neuen Voraussetzungen wurde das Projekt knapp acht Monate später abgeschlossen. “Der Startschuss für diese Dokumentation fiel bereits letztes Jahr und so gesehen haben wir das Glück, sowohl hinsichtlich der Auswahl des Senders ARD als auch der Filmproduktionsfirma Film Five den Wünschen von Giwar zu entsprechen“, so Farvah Hajabi. „Es bedeutet mir viel, dieses Projekt weiterzuführen und zu zeigen, wie viel Herzblut, Vision und Menschlichkeit in Giwar stecken.“
»XATAR« verbindet bereits entstandenes Begleitmaterial mit noch nie gezeigtem Archivmaterial aus dem Privatleben des Gangsta-Rappers und Interviews aus dem engsten Umfeld. Die Serie wurde von der Berliner Produktionsfirma Film Five GmbH unter der Regie von Stefan Kauertz und den Autoren Alex Barbian und Falk Schacht umgesetzt. Die redaktionelle Federführung liegt beim NDR mit der Redaktion SPIN, weitere Partner sind SWR, WDR und HR.
»Mein Ziel war immer, dass ich weiß, dass meine Kinder auch darüber nachdenken können, Biologen zu werden. Weil sie nicht darüber nachdenken müssen, Geld zu machen […] Und der Punkt kam irgendwann. Aus dem Punkt - diesem Nach-oben-Kommen - ist ein Krieg geworden, dort zu bleiben.«
XATAR IM EXKLUSIVEN INTERVIEW
»Ich bin hier, weil ich hab’ hier noch eine Aufgabe zu Ende zu führen - und das ist meinen Kindern zu vermitteln, […] wer ihr Vater ist.«
EHEFRAU FARVAH HAJABI
»Der wollte Türen öffnen - für sich selber, für uns, für alle anderen.«
SCHWESTA EWA
»Wenn du ihn malen kannst, so, dass jeder ihn erkennt, dann ist er eine Legende … Und Xatar ist definitiv eine Person, die du malen kannst.«
FARID BANG
»Es gab so eine Nummer, die habe ich so sehr aktiv und auf Dauerschleife gepumpt […] und das Lied hieß ,Wenn ich rauskomme'. Und das fand ich übertrieben krass […] also wie kann es sein, dass man mit 14 oder 15 Jahren dieses Gefühl von Freiheit so schön schmeckt? So wie sie in diesem Song sozusagen dargestellt wird? Übertrieben krass.«
APACHE 207
»Anscheinend war die Vision von meinem Vater für ein Leben zu kurz - er hätte zwei gebraucht, um sie zu fulfillen.«
XATAR IM EXKLUSIVEN INTERVIEW
»Ganz ehrlich: Nach ‘Rheingold’ ging alles kaputt.«
SAMY
»Giwar war immer ein Typ, der nach vorne geschaut hat. Ich glaube, Gleiches erwartet Giwar von uns jetzt.«
MANAGER TOBI HILLE
»Das ist ja das wirklich Traurige [...] Ich würde halt unheimlich gerne sehen, wie es von hier weitergeht. Das hätte ich gern gesehen, weil das wäre sicherlich nochmal ein ganz anderes Ding geworden.«
MORITZ BLEIBTREU ÜBER DAS XATAR-KONZERT IN DER ELBPHILHARMONIE
»Das hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weggezogen.«
KRISTOF JANSEN // GROOVE ATTACK ÜBER DIE TODESNACHRICHT
»Da waren Schulkinder, die geschwänzt haben und mit dem Schultornister daran teilhaben wollten im Bonner Norden.«
RECHTSANWALT PEER JUNG ÜBER XATARS BEERDIGUNG
Impressum
Herausgegeben von Presse und Kommunikation / Unternehmenskommunikation
Redaktion:
Carolin Stratmann, NDR/Presse und Kommunikation
Gestaltung:
Janis Röhlig, NDR/Presse und Kommunikation
Bildnachweis:
NDR/Film Five/Jesse Mazuch
NDR/Farvah Heidari
Fotos:
www.ard-foto.de
Presseservice:
ARDTVAudio.de