TATORT: KÖNIG IN GELB
AM 13. SEPTEMBER 2026, UM 20.15 UHR, IM ERSTEN
INHALT
Charlotte Lindholms jüngster Fall führt sie ins niedersächsische Kleinhude in ein sogenanntes Demenzdorf, wo Menschen mit Demenz ein normales Alltagsleben ermöglicht wird. Einer der Bewohner, der allseits beliebte Herr König soll ein Serientäter sein und sieben Menschen ermordet haben. Behauptet zumindest Hauptkommissar Vogel. Wütend, weil ihm keiner glaubt, bittet Vogel Charlotte Lindholm um Hilfe. Doch auch Vogel hat ein Geheimnis: Genau wie die Leitung des Demenzdorfes. Im Laufe ihrer Ermittlungen beginnt Charlotte selbst, an ihrer Erinnerung zu zweifeln. Aber sie täuscht sich nicht: Hier gibt es mehrere Verdächtige.
BESETZUNG & STAB
BESETZUNG
Charlotte Lindholm
Maria Furtwängler
Matthias Vogel
Andreas Lust
Gustav König
Thomas Thieme
Herr Miller
Matthias Bundschuh
Pierre Springer
Constantin von Jascheroff
Annemarie Lindholm
Kathrin Ackermann
Anna Mazur
Marina Galic
Dr. Kiefer
Cornelius Schwalm
Servatius
Gerd Anthoff
u. v. m.
STAB
Buch und Regie
Alexander Adolph
Kamera
Alexander Fischerkoesen
Schnitt
Dirk Göhler
Kostümbild
Martina Müller
Maskenbild
Antonia Petschow, Anne Engel
Casting
Marion Haack
Szenenbild
Iris Trescher-Lorenz
Musik
Kaiser Maas
Ton
Corinna Zink, Michael Kunz
Produktionsleitung
Sandra Böttger, Daniel Buresch (NDR)
Produzent*in
Oliver Behrmann, Julia Lamp
Redaktion
Patrick Poch
Drehzeit
24.02.2026 - 28.03.2026
Drehorte
Seevetal, Hamburg
Länge
88’25 Minuten
Der „Tatort: König in Gelb“ ist eine Produktion der triple pictures GmbH im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks für die ARD.
ROLLENPROFILE
CHARLOTTE
LINDHOLM
Es ist ein bisschen einsam in Charlotte Lindholms Leben geworden. Zwar bietet ihre Position im Landeskriminalamt Niedersachsen Stabilität, aber vielleicht ist es kein gutes Zeichen, wenn nicht mal ihre eigene Mutter Interesse an einem kurzen Gespräch hat. Eine Gefälligkeit für die unterbesetzte Polizei in Kleinhude unterbricht ihr häusliches Fitnessprogramm vor dem Fernseher. Nur eben schnell einen Tatort aufnehmen. Eine Tote in einer Demenzklinik. Beim Spazierengehen ausgerutscht. Ein Routinefall. Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Charlotte lehnt noch schnell den angebotenen Tee ab – „theoretisch sehr gern“ – und macht sich daran, eine Akte anzulegen. Fall abgeschlossen.
Doch dann ist auf einmal doch alles viel schwieriger. Der Kollege Matthias Vogel spricht vor und berichtet, dass die Spur eines siebenfachen Serienmörders direkt in die Demenzklinik führt. Seine Schilderungen sind überzeugend. Das Problem: Er hat selbst fortschreitende Demenz und ist vom Dienst beurlaubt. Charlotte ist ratlos. Es ist nicht ihre Art, Hinweise einfach so zu ignorieren. Dagegen hat sie schließlich immer angekämpft. Wenn Kollegen ihr sagen: Lass es, das bringt nichts, dann forscht sie üblicherweise noch gründlicher nach. Aber wenn der Hauptanhaltspunkt ein Foto ist, an das sich Vogel nur erinnert, es aber nicht finden kann, während seine Erinnerung beginnt, eigene Wege zu gehen, dann kommen auch Charlotte Zweifel.
Außerdem ist Vogel ein mäßig angenehmer Ermittlungspartner. Je nach Zustand herrscht er sie wie ein Vorgesetzter an oder lobt sie in den höchsten Tönen. Mal ist er scharfsinniger Kollege, der hervorragend kooperiert. Und manchmal ist er ganz woanders: in der Vergangenheit oder in einer fantasierten Zukunft. Langsam schwappt auch seine Paranoia auf Charlotte über. Könnte Vogel doch recht haben. Werden sie beobachtet? Woher kommen auf einmal die Albträume? In einem Umfeld, in dem alle Erinnerung unter Vorbehalt steht, beginnt auch der Boden unter ihren Füßen ein bisschen zu schwanken. Oder wie es eine Patientin der Klinik sagt: Du brauchst Hilfe.
MATTHIAS
VOGEL
Matthias Vogel ist klar, dass das hier seine letzte Chance ist. Eine Kollegin hat einen Bericht geschrieben über einen Todesfall in einem Demenzdorf. Ausgerechnet dort, wo auch Gustav König lebt. Der anerkannte Musikpädagoge Gustav König. Der Gustav König, den er für einen Serienmörder hält. Die Kollegin Lindholm muss jetzt für ihn den Fall zu Ende bringen, an den sonst niemand glaubt. Vogel ist selbst dement, und er weiß es, jedenfalls meistens. Das kann von einer Sekunde auf die andere kippen. Mit seinem alten Dienstausweis in der Hand und zahlreichen Fakten auf der Zunge wirkt er vollkommen überzeugend. Aber im nächsten Moment kocht er enthusiastisch Bolognese für seine Familie, die ihn längst verlassen hat. Vogels Wohnung ist übersät mit Klebezetteln. Tu dies. Lass das. Vergiss nicht, zu …. Es ist anstrengend, sich selbst nicht mehr trauen zu können.
Eines hat sich in Matthias Vogels Hirn eingebrannt: der Fall. Er sagt‘s Charlotte, wie es ist. Gustav König hat sieben Morde in etwa zwanzig Jahren begangen. Immer hat er seinen Opfern etwas Gelbes angezogen. Warum hatte König in seinem Patientenzimmer ein Foto eines damaligen Opfers? Mit etwas Gelbem. Warum ist das Foto jetzt weg? Da will doch jemand etwas vertuschen. Königs Lebensstationen passen zu den Tatorten. Nur die DNA-Analysen waren damals noch nicht so weit. Königs Biografie steht Vogel klarer vor Augen als seine eigene. Er muss die Lindholm überzeugen. Gleich heute Nacht sucht er sie zu Hause auf. Die Sache duldet keinen Aufschub. Mit dem Navigationssystem findet er dann schon wieder nach Hause. Muss er gar nicht. Charlotte fährt ihn. Gut, aber hoffentlich wundert sich seine Frau nicht, wenn er nachts mit der Kollegin durch die Tür kommt.
GUSTAV
KÖNIG
Was für eine Karriere hätte Gustav König hinlegen können. Wenn man ihn gelassen und sein Talent noch mehr gefördert hätte. So ist er kein weltweit anerkannter Komponist, aber immerhin ein lokal geschätzter Musikpädagoge von hohem Rang. Es vergisst auch niemand, jedes Mal „großartig“ hinzuzufügen, wenn von König die Rede ist. Königs Mutter, eine Menschenfreundin, wie sie im Buche steht, hat die Musikschule gegründet. Vielleicht hätte sie statt auf ihre Sorgenkinder auch etwas mehr auf den kleinen Gustav achten können, aber es ist ja etwas aus ihm geworden. Er ist selbst in ihre Fußstapfen gestiegen und hat den Ruhm der Schule glanzvoll vermehrt. Noch lieber wäre Gustav König Opernkomponist geworden. Ein Werk hat er vollendet. Das findet man heute im Internet, aufgeführt wird es nicht, berühmt ist er nicht dafür. Eine Oper über die ganz großen Themen, Christ und Antichrist.
Jetzt sitzt König meist im Andachtsraum des Demenzdorfes und starrt vor sich hin. Worte finden nicht nur schwer, sondern fast gar nicht mehr den Weg aus seinem Mund. Da sitzt dann die Kommissarin neben ihm und zeigt ihm Fotos. Die will er gar nicht sehen. Nur die Musik dringt noch zu ihm durch. Da singt er noch manchmal mit. Musik ist seine große Stärke. Für alles andere ist sein Geist zu schwach geworden. Und Schwäche – die hat er immer gehasst.
INTERVIEWS
STATEMENT
der Komponisten Christoph Kaiser und Julian Maas über die Besonderheiten der Filmmusik
Dieser Film nimmt für uns einen besonderen Platz ein. Eine Oper als Teil der Geschichte zu vertonen, war eine außergewöhnliche Aufgabe und hat den Soundtrack von Anfang an geprägt. Umso mehr haben wir uns gefreut, diese Musik gemeinsam mit dem NDR Vokalensemble und dem Capella St. Crucis-Chor entstehen zu lassen.
Gerade für diese Geschichte war es besonders reizvoll, die menschliche Stimme zur prägenden Klangfarbe der Filmmusik zu machen.
IMPRESSIONEN
Impressum
Herausgegeben von Presse und Kommunikation / Unternehmenskommunikation
Redaktion:
Bettina Brinker, NDR/Presse und Kommunikation
Interviews:
Helmut Monkenbusch
Rollenprofile:
Sven Sonne
Mitarbeit:
Nicola Sorgenfrey, NDR
Gestaltung:
Janis Röhlig, NDR/Presse und Kommunikation
Bildnachweis:
Cover: Frizzi Kurkhaus (mit Unterstützung von KI)
NDR/Frizzi Kurkhaus
NDR/Antonina Gern (Christoph Kaiser und Julian Maas)
Fotos:
www.ard-foto.de
Presseservice:
ARDTVAudio.de
