PRANGE 2 – MAN IST JA JETZT PAAR
AB MITTWOCH, 16. DEZEMBER · ARD MEDIATHEK
MITTWOCH, 16. DEZEMBER 2026 · 20.15 UHR · DAS ERSTE
PODCAST „BARMBEK BUMP – PRANGE VS. ROHDE“ ab FREITAG,
4. DEZEMBER, ARD Sounds
INHALT
Ein halbes Jahr ist vergangen, seit Ralf Prange seiner Traumfrau Dörte an Silvester seine Liebe gestanden hat. Jetzt klopft der Alltag an, und Prange spürt den Kontrollverlust an allen Enden: in seiner Beziehung, aber auch durch seinen neuen Vermieter, der das Wohnhaus in Barmbek gekauft hat und nun Eigenbedarf anmeldet. Pranges Widerstand ist geweckt: gegen seinen Vermieter, gegen die Nachbarn, die unfair kämpfen, und schließlich gegen Dörte, vor der er für ein Doppelleben in den Keller flieht. Hier schmiedet er – unterstützt von Nachbar Horst – Pläne, die unweigerlich in die Katastrophe führen ...
BESETZUNG
Ralf Prange
Bjarne Mädel
Dörte Krampitz
Katharina Marie Schubert
Horst Rohde
Olli Dittrich
Silke
Gabriela Maria Schmeide
Micki
Bozi Darko
Julia Köster-Demirbay
Angelika Richter
Moritz der „Ökospießer“
Maximilian Scheidt
Niklas „Der Blasse“
Michel Diercks
Katrin „Die Elblette“
Linn Reusse
Hausoma „Die Hexe“
Barbara Krabbe
Kati
Sandra Gerling
Jochen Vick
Bernd Hölscher
Thies Vick
Lorenzo Germeno
Herr Jürgensen
Jan Georg Schütte
als Gast
Horst Hrubesch
STAB
Regie
Lars Jessen
Drehbuch
Andreas Altenburg (nach seiner Romanreihe „Prange“)
Kamera
Kristian Leschner
Kostümbild
Anette Schröder
Szenenbild
Dorle Bahlburg
Maske
Maike Heinlein, Stefanie Gredig
Musik
Anna Bauer
Schnitt
Nikolai Hartmann
Ton
Matthias Wolf
Casting
Marion Haack
Produktionsleitung
Vanessa Eggers, Daniel Buresch (NDR)
Produzent*innen
Maren Knieling, Lars Jessen
Producerin
Cecilie Heisler-Zigulla
Redaktion
Philine Rosenberg
Länge
tba
Drehorte
Hamburg
Drehzeit
16.06.2026 - 14.07.2026
„Prange 2 – Man ist ja jetzt Paar“ ist eine Produktion der „Florida Film GmbH“ im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks für die ARD.
„Man wünscht sich so sehr, dass sie es schaffen“
Bjarne Mädel über den Erfolg und die Zukunft von „Prange“, das Leben in einer Partnerschaft und seine Begegnung mit Horst Hrubesch
Was sagen Sie zu dem großen Erfolg von „Prange“?
Wir haben uns im ganzen Ensemble sehr über die Fortsetzung gefreut. Weil wir tatsächlich eine tolle Hausgemeinschaft sind, so wie es im Film erzählt wird. Es ist auch sehr ungewöhnlich, dass wir schon vor der Ausstrahlung des zweiten Filmes „Prange - Man ist ja jetzt Paar“ den dritten Teil drehen dürfen. So viele Vorschusslorbeeren im Fernsehen zu bekommen, ist absolut selten. „Prange“ bildet dann eine Trilogie und ist für mich damit auch eine runde Sache.
Prange und Dörte sind jetzt ein Paar. Unterscheiden sich die ersten beiden Teile stark voneinander?
Das würde ich nicht sagen. Der typische Dialogstil von Andreas Altenburg und die Situationskomik sind ja erhalten geblieben. Aber wie heißt es so schön, jetzt ist man eben „zusammen“ und muss lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Tisch und Bett zu teilen, sind beide nicht gewohnt. Dörte hatte vorher schon Beziehungen, aber die liefen nicht besonders gut. Und Prange hatte noch nie eine feste Freundin. Insofern betritt er wirklich Neuland. Als er noch allein lebte, konnte er ungestört seine Macken und Gewohnheiten pflegen. Nun muss er Kompromisse eingehen.
Ist Prange eine Figur, in der wir uns alle wiedererkennen?
Ich glaube, es gibt viele Situationen im Film, die wir aus unserem Alltag kennen, und das kann manchmal erschreckend sein. Allein diese Idee, dass Prange auf der Toilette ein Telefon installiert hat, für den Fall, dass es klingelt, wenn er sich gerade hingesetzt hat. Und man kennt ja auch das perfekte Timing, dass genau in dem Moment jemand anruft und man in Konflikt gerät: Soll ich rangehen? Und wann darf ich die Spülung betätigen?
Vermisst Prange sein altes Leben, in dem er allein über das Fernsehprogramm bestimmen konnte?
In der Beziehung zu Dörte läuft vieles schief, weil Prange einfach keine Erfahrung darin hat, die Dinge anzusprechen, die ihn stören. Als er ein bisschen Platz braucht, richtet er sich im Keller sein privates Reich ein, bis Dörte hinter sein Doppelleben kommt - und das tut einem dann wahnsinnig weh, weil man denkt, mein Gott, warum habt ihr nicht einfach mal über eure Bedürfnisse gesprochen? In diesen Momenten ist unsere Komödie - wie im ersten Teil - von einer Emotionalität und Tiefe geprägt, die die Zuschauer eventuell überrascht, die ich aber sehr schön finde. Man leidet mit den Figuren mit, weil man sich so sehr wünscht, dass sie es schaffen.
Ist es ein besonderer Moment für Sie gewesen, beim HSV mit Legende Horst Hrubesch zu drehen?
Ich bin ja bekanntlich HSV-Fan und seit dieser Saison wie Olli Dittrich nun auch Dauerkartenbesitzer. Wir gehen gern zusammen zu den Heimspielen. Für Olli war der Drehtag die viel größere Herausforderung, denn er musste spielen, dass er nicht weiß, wer Horst Hrubesch ist. Als ich Horst am Morgen im Stadion begrüßte, hat er mich erst überhaupt nicht erkannt mit meiner Lockenfrisur, meinem Schnurrbart und mit HSV-Kutte und Schal. Er dachte wahrscheinlich, ich sei Komparse und ein HSV-Anhänger, der ihn von der Seite anquatscht. Erst später hat er dann begriffen, wer ich bin. Ich konnte mein Fan-Sein dann aber trotzdem nicht verbergen und bin glücklich mit einem Autogramm nach Hause gegangen.
Als Mieter droht Prange die Kündigung wegen Eigenbedarfs. Kennen Sie das Los eines Mieters?
Tatsächlich musste ich einmal aus demselben Grund meine Wohnung verlassen. Dabei war es offensichtlich, dass niemand aus der Eigentümerfamilie einziehen würde. Es ging einfach nur darum, das Bad neu zu kacheln und dann die Miete saftig zu erhöhen. Ich hatte damals nur drei Monate Zeit, eine neue Wohnung zu finden. Ich spielte am Schauspielhaus Hamburg und steckte tief in Proben, daher war es tatsächlich eine stressige und etwas bedrohliche Situation. Es war ein prägendes Ereignis, und ich dachte, das soll mir nicht noch einmal passieren, aus meinem Zuhause hinausgeworfen zu werden.
BJARNE MÄDEL SPIELT
RALF PRANGE
Eigentlich hat Ralf Prange jetzt alles, was er sich gewünscht hat. Aber leider ist alles viel schwieriger, als er angenommen hat. Erst hat Prange gar nicht gewusst, was er sich überhaupt wünschen soll. Dann ist ihm Dörte über den Weg gelaufen und er hat sich verliebt. Nicht, dass er das gleich erkannt hätte, denn Übung hat er in solchen Gefühlssachen ja eher weniger. Zum Glück hat Prange dann doch den entscheidenden Schritt gemacht und sich entschieden: Dörte gehört jetzt zu mir. Dass es nach diesem Schritt auch noch ein gemeinsames Leben zu organisieren gilt, hatte er da nicht so richtig auf dem Zettel.
Jetzt wohnt Dörte bei ihm. So einfach hat Prange sich das vorgestellt: das bisherige Leben plus Dörte. Aber sie will auch was vom ihm: gemeinsame Fahrradtouren, Interesse an Wrestling, sich durch die geschlossene Klotür unterhalten. Prange hat aber mit zwei Dingen Schwierigkeiten: Veränderungen und Reden – außer es handelt sich um präzise formulierte Beschwerden über das Verhalten seiner Mitmenschen. Richtig schwierig wird es allerdings, wenn er Samstag auf Fußball verzichten soll. Also weicht Prange heimlich auf den Keller aus. Hier trifft er Micki, den Paketfahrer, und den erstaunlich lebensklugen 10-jährigen Butschi. Hier herrscht „nur der HSV!“. Hier herrscht „Ruhe an der Dörte-Front“.
Doch für Prange gibt es weiter Druck. Auf einmal steht der neue Hauseigentümer in Pranges Flur und droht mit Eigenbedarf. 40 Jahre Prange in Barmbek stehen vor dem Aus. Dagegen ist sein Keller-Exil eine Lappalie. So sehr Prange seine Nachbarn nerven – allein die Öko-Spießer mit ihrer fleischlosen Grill-Parodie – so sehr kann er sich auf sie verlassen, wenn es heißt, praktische Solidarität zu beweisen. Auf einmal ist die Hausgemeinschaft eine kleine verschworene Kommune. Jetzt muss Prange – ausgerechnet der wortkarge Prange – bloß noch aufhören, sich wie ein Schnacker zu benehmen. Dann lernt er vielleicht auch noch, die Veränderung zu lieben, vor allem, wenn sie Dörte heißt.
„Die Menschen sind viel skurriler, als sie das selbst wahrnehmen“
Katharina Marie Schubert über die „ziemlich schräge“ Dörte und witzige Frauen im fiktionalen Fernsehen
Liebeskomödien enden meist da, wo „Prange 2“ anfängt: im Paaralltag. Wird es jetzt ernst?
Ich finde, der zweite Teil ist ganz anders als der erste. Das ist einem einfachen Umstand geschuldet: Die Geschichte darum, ob sich die beiden kriegen, ist beendet. Nun beginnt der Alltag und die Frage, wie Prange und Dörte tagtäglich zusammenleben. Beide sind eher unerfahren in Beziehungen, vor allen Dingen Prange. Dass man in einer Partnerschaft sagen darf, ja sogar sagen muss, was man braucht, darauf kommt er erst, als es schon fast zu spät ist. Wenn er nicht sagt, wie es ihm geht, wie soll sie es wissen?
Ist Prange mit Anfang 50 in Liebesdingen auf dem Stand eines Teenagers?
Er ist wahnsinnig unerfahren. Weil er zum ersten Mal in seinem Leben eine Freundin und vorher nur mit seiner Mutter zusammengewohnt hat, geht er von der Annahme aus, dass mit seiner Freundin immer alles ganz ganz toll sein muss. Dass er sich selbst immer in bester Verfassung präsentieren und bester Laune sein muss. Alles müsse Dörte gefallen. Dass es auch Ambivalenzen geben darf, auch Dörte nicht immer perfekt ist, erfährt er erst auf einem großen Umweg. Man kann auch sagen, er macht eine steile Lernkurve durch!
Ist Dörte genauso schräg wie Prange?
Ich bin der Meinung, dass die Menschen, die uns im Alltag umgeben, viel skurriler sind, als sie das selbst wahrnehmen. Dörte, Prange, Rohde und die anderen NachbarInnen bilden gar keine so unrealistische Hausgemeinschaft. Aber die Figuren sind sehr eigen. Und natürlich ist Dörte ziemlich schräg, sonst wäre sie ja auch nicht mit einem Mann wie Prange zusammen. Anders könnte ich diese Beziehung überhaupt nicht glauben. Ich finde sie aber nicht über die Maßen abgedreht oder ähnliches. Sie hat genau wie alle den Wunsch, sich in ihrer Beziehung geborgen und gesehen zu fühlen.
Gibt es zu wenig witzige Frauen im fiktionalen Fernsehen?
Das kann ich abschließend nicht beurteilen. Aber in den „Prange“-Filmen darf und soll Dörte auf jeden Fall lustig sein. Aber auch bei uns ist es wieder so, dass der Mann etwas lernen muss, während die Frau es schon lange weiß. Den Film, wo der Mann einmal geduldig wartet, bis die Frau zu Potte kommt, habe ich bis jetzt noch nicht so oft gesehen.
Es gibt in Ihrer Komödie viele emotional bewegende Szenen. Waren Sie beim Spielen manchmal gerührt?
Dörte ist gegen Mitte des Films tief verletzt – Prange erkennt den Schmerz und macht es wieder gut. Und zwar so richtig. Ich glaube, alle Leute, die schon mal schlimmen Liebeskummer hatten, würden sich genau eine solche Szene wünschen. Dieser Moment hat mich erwischt.
KATHARINA MARIE SCHUBERT SPIELT
DÖRTE KRAMPITZ
Dörte ist angekommen. Aber sie ist nicht naiv. Sie liebt Prange, sie lebt bei ihm, sie will ihr Leben mit ihm teilen – aber nicht ohne Sicherheitsnetz. Wenn irgendetwas schiefgehen sollte, hat sie wenigstens noch ihre Wohnung. Erst wenn sie ganz sicher ist, dass Prange kein Schnacker ist, wird sie den letzten Schritt gehen. Zuviel Veränderung in der Einrichtung mutet Dörte Prange nicht zu. Ein paar Wrestling-Magazine auf dem Klo, ein paar gerahmte Liebesbekundungen an der Wand, das reicht erstmal. Sogar die furchtbaren Fotos von Pranges Mutter duldet sie.
Nur zusammen wohnen ist aber ein bisschen wenig. Der Schlüssel für Dörte ist Gemeinsamkeit. So haben sie sich doch auch kennengelernt. Die schönen Baumarktbesuche, die Aufmerksamkeit für Details, die andere für belanglos halten. Man muss also etwas zusammen machen. Eine schöne Fahrradtour am Wochenende und vor allem: ein Schrebergarten. Hier zusammen die Hände in die Erde stecken, sein eigenes Gemüse ziehen und zusehen, wie alles wächst. Ein kleiner Plausch mit den Gartennachbarn. Ja, Prange ist da etwas steif, aber das wird schon. Bei ihr ist er ja auch irgendwann aufgetaut. Vielleicht nicht aufgetaut, aber so etwas Ähnliches.
Allerdings ist Prange doch eine harte Nuss. Sagt auch Silke. Pranges Schwester ist Dörte sowohl Freundin geworden als auch Ratgeberin in Sachen Ralf Prange. Prange findet nicht so gut, dass Dörte hier persönlichste Informationen aus erster Hand abgreift, aber da muss er durch. Dörte denkt in Kategorien wie „Kompromisse machen“, „geben und nehmen“, „Ausgleich von Interessen“. Prange muss ab und zu auf Live-Fußball verzichten? Also organisiert sie einen Besuch der HSV-VIP-Lounge. Aber sie muss feststellen, dass Prange der „Geben“-Teil sehr viel schwerer fällt als ihr. War sie doch naiv? Hat sie ihr Herz doch wieder einmal einem Schnacker geöffnet?
„Diese quälende Sprachlosigkeit auszuhalten und so virtuos zu spielen, ist das Schönste, was man in einem Film haben kann“
Autor Andreas Altenburg und Regisseur Lars Jessen über das Traumpaar Bjarne Mädel und Katharina Marie Schubert, über „Prange“ als NDR-Gesamtkunstwerk und Wohnen als Thema mit gigantischer Sprengkraft
Haben Sie sich nach der Ausstrahlung von „Prange“ Ende 2025 schnell geeinigt, den Film fortzusetzen?
Lars Jessen: Ja, es war eine schnelle und schöne Entscheidung. Die Quoten und die Abrufe in der ARD Mediathek hatten die Erwartungen übertroffen, und auch beim jüngeren Publikum war der Film gut angekommen. Insofern hatten wir alle Boxes getickt, wie man so schön sagt. Deshalb lief es beim Sender so, wie man es sich wünscht: Man schaute gemeinsam nach vorn und schritt beherzt voran. Zum „Prange“-Kosmos gehört inzwischen der Podcast „Barmbek Bump – Prange vs. Rohde“ dazu, der mit dem Film eine Art NDR-Gesamtkunstwerk bildet. Es geht uns immer auch ein Stück weit darum, eine regionale Marke aufzubauen, die überregional ausstrahlt.
Im ersten Teil verlieben sich Prange und die Paketzustellerin Dörte ineinander, in der Fortsetzung teilen sie Tisch und Bett. Beginnt jetzt der Ernst des Paarlebens?
Andreas Altenburg: Man verliebt sich aus dem Bauch heraus, ohne sich wahnsinnig viel Gedanken über Veränderungen zu machen. Man hat Schmetterlinge im Bauch und ist ein bisschen blind und naiv. Dann stellt sich irgendwann der gemeinsame Alltag ein. Gerade bei einem misanthropischen Typen wie Prange ist die ständige Anwesenheit eines anderen Menschen ein starker Einbruch in seine Lebenswelt. Er muss sich neu sortieren und von alten Gewohnheiten verabschieden, was ihm sichtlich schwerfällt. Auf der anderen Seite ist es für Dörte herausfordernd, Prange in der Wohnung auf Augenhöhe zu begegnen, wo er ewig mit seiner Mutter gelebt hat.
Lars Jessen: Wenn die große Euphorie vorbei ist, lernt man den anderen ein zweites Mal kennen, seine Routinen, seine Zwänge. Dann den Weg zueinander zu finden, ist eine viel größere Aufgabe als das Hochgefühl des Anfangs zu nutzen.
Nehmen Sie in den Blick, was in Liebeskomödien oft außer Acht gelassen wird: die kleinen Dinge des Alltags?
Lars Jessen: Es ist die besondere Kunst von Andreas, in einer humorvoll zugespitzten Weise auf die Probleme des Alltags zu gucken, sodass man sich selbst darin wiederfinden und darüber lachen kann – ohne bis zur Unkenntlichkeit Sprühsahne auf die Realität zu kippen. Dann geht es natürlich ins Detail. Und wir scheuen uns nicht, auch Dinge zu erzählen, wo die beiden eben nicht zusammengehen, vermeintliche Alltäglichkeiten, die für Menschen aber existenziell sind.
Andreas Altenburg: In einer Szene des Films unterhalten sich Prange und Dörte durch die Badezimmertür, während er auf der Toilette sitzt. So etwas gehört eben auch zum ungeschminkten Alltag eines Paares. Es wird im deutschen Fernsehen nur nicht so oft gezeigt. Aber jeder kennt solche Situationen aus seinem eigenen Leben, und deswegen müssen sie auch einmal erzählt werden. Das ist der Anspruch, den wir als Autor und als Regisseur haben: das Banale ernsthaft und das Ernsthafte banal erscheinen zu lassen.
Ist Prange vollkommen überfordert?
Andreas Altenburg: Prange hat sein bisheriges Leben hinter dem Türspion seiner Wohnung verbracht, allein mit seinem „versauten“ Papagei. Und er hat jeden Tag bis auf die wenigen Minuten der Paketannahme damit zugebracht, seinen eigenen Gedanken zu folgen. Das geht nicht mehr so gut, wenn da ständig jemand in der Küche sitzt. Dörte macht den Vogelkäfig auf und Prange muss notgedrungen hinausfliegen. Das ist eine unglaubliche Verunsicherung. Erschwerend kommt hinzu: Prange ist „neu in dem Metier“. Mit Anfang 50 hat er zum ersten Mal eine feste Beziehung. Er kann weder vergleichen noch abwägen.
Sind Katharina Marie Schubert und Bjarne Mädel ein Traumpaar für einen Regisseur?
Lars Jessen: Es ist eine dankbare Aufgabe, mit so großen Künstlern wie Katharina und Bjarne zu drehen. Sie bieten unglaublich viel an und füllen den Raum mit ihrer Kraft, besonders in den Szenen, in denen ihre Figuren überwältigt sind und sich anschweigen und man ihnen voller Empathie zurufen möchte: Nun sag‘ es doch endlich! Diese quälende Sprachlosigkeit auszuhalten und so virtuos zu spielen, ist das Schönste, was man in einem Film haben kann.
Haben Sie bei „Prange – Man ist ja jetzt Paar“ anders als im winterlichen Teil eins viel draußen gedreht?
Lars Jessen: Wir haben im Sommer die Möglichkeit genutzt, öfter mal rauszugehen, um das Leben im Stadtteil Barmbek und in einem benachbarten Schrebergarten zu zeigen. Vor allen Dingen war es für Bjarne und Olli eine schöne Sache, beim Hamburger SV, ihrem Verein, gemeinsam mit dem Kopfballungeheuer Horst Hrubesch zu drehen. Hrubesch ist noch topfit und eine Anekdotenmaschine auf zwei Beinen. Wir hätten noch drei Tage in der Loge verbringen können, um seine Geschichten von Branko Zebec und Kevin Keegan zu hören.
Prange droht die Kündigung wegen Eigenbedarf. Hält die Mietergemeinschaft weiter zusammen?
Andreas Altenburg: Ich habe selbst Erfahrung mit dieser Art von Gentrifizierung gemacht und erlebt, wie Leute aus ihren Wohnungen geworfen wurden. Als Entschädigung wurden sie mit einer kleinen Abfindung und einer nicht vergleichbaren Ausgleichswohnung bedacht. Das ist 20 Jahre her. Seither hat sich die Situation deutlich verschärft. Auch für Prange. Seine alte Welt bricht parallel auf allen Ebenen zusammen – angefangen bei seiner Wohnung als kleinster Einheit, über das Mietshaus mit dem neuen Eigentümer bis hin zum ganzen Stadtteil, der sich dem Zeitgeist entsprechend wandelt.
Lars Jessen: Wohnen ist das große soziale Thema in vielen westlichen Gesellschaften. Mit gigantischer Sprengkraft. Das reißt Gesellschaften auseinander, weil Wohnen so existenziell ist. Und eine grundsätzliche Lösung ist nicht in Sicht. Wir wollen uns nicht überheben mit dem Film, aber wir glauben als Erzähler schon daran, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft entscheidend ist, um mit den realen und gefühlten Ungerechtigkeiten umzugehen. Letztlich ist es ein zu lösendes Problem, das wir gemeinsam anpacken müssen.
Andreas Altenburg, Autor
Andreas Altenburg, Autor
Lars Jessen, Regisseur
Lars Jessen, Regisseur
Staffel 2 des erfolgreichen Podcasts „Barmbek Bump – Prange vs. Rohde“: 14 neue Episoden
Der erfolgreiche fiktionale Comedy-Nachbarschafts-Podcast „Barmbek Bump – Prange vs. Rohde“ geht in die nächste Runde! Podcast-Host Horst Rohde (Olli Dittrich), der eigentlich nur seinen Wrestling-Podcast aufnehmen will, und Nachbar Ralf Prange (Bjarne Mädel) führen schonungslos ehrliche Gespräche über das Leben in Hamburg-Barmbek. Dabei merken die zwei gar nicht, dass sie, statt über Wrestling zu reden, mit jeder Folge eine Episode aus ihrem Leben hochladen: diesmal aus dem Paketshop, dem Nachbarhaus und natürlich aus Rohdes Wohnzimmer. In Staffel 2 geht es um einen Wasserrohrbruch, die nachbarschaftliche Facebookgruppe und Pranges neues Leben mit seiner Freundin Dörte. Und wer hat bitte Pranges Asia-Food vom Lieferservice geklaut? Norddeutsch-trockener Humor mit viel Gefühl, geschrieben von Andreas Altenburg (Deutscher Podcast Award 2026 in der Kategorie „Beste Fiktion“ und Deutscher Radiopreis 2026 in der Kategorie „Bestes Entertainment“).
Cast und Stab
Ralf Prange – Bjarne Mädel
Horst Rohde – Olli Dittrich
Skript/Regie – Andreas Altenburg
Redaktion – Thomas Hanik
Dramaturgische Mitarbeit/Schnittstelle Film - Ulrike Toma
Distribution – Nina Wietholz, Max Rohloff
Produktion /Sound Design – Michael Woddow, Oliver Kleist
Homepage – Jochen Moseberg
Asset Produktion / Fotos – Sarah Seitz, Enrico Martinez Meier
Projektleitung / Redaktionelle Verantwortung – Christina Haacke
Impressum
Herausgegeben von Presse und Kommunikation / Unternehmenskommunikation
Redaktion:
Bettina Brinker, NDR/Presse und Kommunikation
Mitarbeit:
Nicola Sorgenfrey, NDR
Gestaltung:
Janis Röhlig, NDR/Presse und Kommunikation
Bildnachweis:
NDR/Thomas Leidig/Felix Schlüter (Cover)
NDR/Thomas Leidig
NDR/Kristian Leschner
NDR/NDR 2 (Andreas Altenburg)
NDR/Thomas Leidig (Lars Jessen)
NDR/Enrico Martinez Meier (Podcast)r
Fotos:
www.ard-foto.de
Presseservice:
ARDTVAudio.de
