Kult zwischen Küste, Krimi und Charakter
von Donald Kraemer (NDR) und Katja Kirchen (ARD Degeto)
Dreißig Filme – das ist weit mehr als eine beeindruckende Zahl. Es ist der sichtbare Ausdruck von Kontinuität, Qualität und einer außergewöhnlichen kreativen Leistung. In einer Fernsehlandschaft, die sich ständig verändert und in der Aufmerksamkeit ein kostbares Gut geworden ist, hat sich „Nord bei Nordwest“ über Jahre hinweg einen festen Platz im Herzen des Publikums erobert. Ein Dorf am Meer und Millionen Zuschauer, das ist ein fester Meilenstein - oder an der Ostsee eine Boje.
Der Erfolg dieser Reihe beginnt bei den Autoren Holger K. Schmidt und Niels Holle. Sie haben es geschafft, Geschichten zu erzählen, die weit über den klassischen Kriminalfall hinausgehen. Mit Gespür für Spannung, Humor, Menschlichkeit und regionale Atmosphäre erschaffen sie Figuren, die glaubwürdig sind, Konflikte, die berühren, und Fälle, die überraschen. Sie verbinden Krimi und Charakterstudie, Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit, ohne jemals ihre eigene Handschrift zu verlieren. Dass „Nord bei Nordwest“ nach dreißig Filmen noch immer frisch, originell und unverwechselbar wirkt, ist vor allem ihrer Kreativität, ihrem handwerklichen Können und ihrer erzählerischen Leidenschaft zu verdanken.
Ebenso herausragend ist die Leistung der Hauptdarsteller*innen. Allen voran Hinnerk Schönemann, der der Figur Hauke Jacobs eine unverwechselbare Mischung aus Lakonie, Charme und Tiefgang verleiht. Mit großer Natürlichkeit macht er aus seiner Rolle einen Charakter, der dem Publikum vertraut geworden ist und dessen Entwicklung man gerne begleitet.
An seiner Seite prägen Marleen Lohse (Jule Christiansen) und Jana Klinge (Hannah Wagner) das Gesicht der Reihe mit ebenso starken wie vielschichtigen Darstellungen. Gemeinsam bilden sie ein Dreieck, dessen Chemie, Spielfreude und Authentizität wesentlich dazu beitragen, dass jede Folge weit mehr ist als ein Kriminalfilm. Ihre Figuren leben, streiten, zweifeln, lachen, lieben und wachsen – und genau deshalb berühren sie das Publikum.
Doch der Erfolg von „Nord bei Nordwest“ ist immer auch eine Gemeinschaftsleistung. Das Ensemble mit Cem Ali Gültekin (Mehmet Ösker), Stephan A. Tölle (Herr Töteberg), Regine Hentschel (Blecky), Victoria Fleer (Bine Pufal) und Joshy Peters (Puttkammer) geben Schwanitz seine besondere Note. Regie, Kamera, Produktion, Ausstattung, Schnitt, Musik und die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter den Kulissen tragen dazu bei, dass aus guten Drehbüchern und starken schauspielerischen Leistungen jene besondere Atmosphäre entsteht, die diese Reihe auszeichnet.
Dreißig Filme bedeuten dreißig Mal Spannung und Unterhaltung auf hohem Niveau. Sie stehen für Verlässlichkeit ohne Routine, für Innovation ohne Selbstzweck und für die seltene Fähigkeit, ein Millionenpublikum immer wieder neu zu begeistern.
Dafür gebührt den Produzenten, Autorinnen und Autoren, den Hauptdarstellerinnen und Hauptdarstellern sowie dem gesamten Team unser aufrichtiger Dank und unsere höchste Anerkennung. Auf viele weitere Geschichten, die uns fesseln, überraschen und begeistern werden.
EIN GESPRÄCH MIT ...
STATEMENTS
„Mich begeistert als Schauspieler vor allem, dass ich mit Mehmet Ösker eine Figur spielen darf, die sich jedes Mal neu erfindet.“
Cem Ali Gültekin (Mehmet Ösker) zu 30 Filmen „Nord bei Nordwest“
Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht! 30 Filme „Nord bei Nordwest“ und es fühlt sich nach so vielen Jahren immer noch jung und frisch an, als hätten wir gerade erst angefangen. Mich begeistert als Schauspieler vor allem, dass ich mit Mehmet Ösker eine Figur spielen darf, die sich jedes Mal neu erfindet. Ich darf mal den Draufgänger spielen und das nächste Mal den Schüchternen, ohne dass es der Zuschauer unglaubwürdig empfindet. Auch die verschiedenen Berufe erlauben der gleichen Figur komplett verschiedene Haltungen und Emotionalitäten. Oft kann ich es gar nicht abwarten und frage den Produzenten schon lange vorher, was die tollen Autoren in der nächsten Folge für Mehmet Ösker geplant haben. Diese Figur hat sich zu einem absoluten Zuschauerliebling entwickelt, der dafür sorgt, dass mir viele Menschen sehr viel Wärme entgegenbringen.
Meine Rolle ist mir nicht nur ans Herz gewachsen, sondern ich würde sagen, sie ist ein wichtiger Teil von mir selbst geworden. Ich habe ihr so viel zu verdanken. Das Großartige daran, eine Figur über einen so langen Zeitraum spielen zu dürfen, ist ja, dass man ihr viele unterschiedliche Facetten geben darf. Rollen, die nur in einer Folge vorkommen, bekommen nicht den Raum, so viel zu zeigen. Und ja, neben den vielen Seiten, die man von Mehmet Ösker mittlerweile schon kennt, versuche ich jedes Mal zu schauen, was ich noch von ihm preisgeben kann.
„Das Lesen der Bücher ist jedes Mal ein Genuss, wie mit einem leckeren Lachsbrötchen am Strand zu sitzen und einen Sonnenuntergang zu genießen.“
Joshy Peters (Herr Puttkammer) zu 30 Filmen „Nord bei Nordwest“
Ich muss sagen und das gefüllt mit großer Dankbarkeit, großem Stolz und großer Freude: Es ist ein Geschenk, Teil dieser wunderbaren „Nord bei Nordwest“-Familie sein zu dürfen. Angefangen bei der wunderbaren triple pictures, einer Produktionsfirma, wie ich sie bis dato noch nicht erleben durfte, geprägt von Empathie, Menschlichkeit, viel Humor und einem familiären Miteinander. Letzteres darf man dann auch am Set erleben mit den wunderbaren Kollegen vor und hinter der Kamera.
Teil der Familie sind auch die großartigen Autoren Holger Karsten Schmidt und Niels Holle, auf deren Bücher man sich mit Spannung freut! „Her mit dem Lachs", sage ich mir immer mit Vorfreude auf das nächste Abenteuer, weil das Lesen der Bücher jedes Mal ein Genuss ist, wie mit einem leckeren Lachsbrötchen am Strand zu sitzen und einen Sonnenuntergang zu genießen. Man ist gespannt auf das Geschriebene, taucht ein in seine Rolle und freut sich auf die kommenden Drehtage und seine „NbNW“-Familie. Oft werde ich auf der Straße mit Herr Puttkammer angesprochen. Das macht mich stolz. Wenn ich gefragt werde, wann es wieder nach Schwanitz geht, antworte ich mit Herzklopfen: ‚Hoffentlich bald!‘. Und das meine ich auch so. Sind wir nicht alle ein bisschen Schwanitz? Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!, singen dann die Möwenchöre!!! Recht haben sie!!!!!!
„Die Skurrilität der Rolle ist so fein erzählt, dass dadurch ganz viele Möglichkeiten und Einfälle entstehen.“
Regine Hentschel (Frau Bleckmann, „Blecki“) zu 30 Filmen „Nord bei Nordwest“
Mich begeistert immer wieder aufs Neue, wie beständig Frau Bleckmann den Verstorbenen einen würdevollen Abschied bietet. „Blecki“ würde sagen: „Tot sein ist doch selbstverständlich. Und wir, das Bestatterteam ‚Bleckmann und Töteberg‘, sind darauf spezialisiert, den Tod für den Kunden, den Verstorbenen und deren lebenden Angehörigen für die Ewigkeit in bleibender guter Erinnerung zu erhalten.“
Nach zwölf Jahren spricht meine Rolle als Frau Bleckmann fast wie von selbst. Und es fällt mir leicht, mich in sie hineinzuversetzen. Das Autorenteam hat wunderbare Einfälle, neue Facetten von ihr zu entwickeln. Die Skurrilität der Rolle ist so fein erzählt, dass dadurch ganz viele Möglichkeiten und Einfälle entstehen. Ich freue mich auf alle noch kommenden Varianten, die von Frau Bleckmann zu sehen sein werden.
„Die 30 Filme fühlen sich auf der einen Seite wie eine lange Abenteuerreise und gleichzeitig wie ein warmer, wohliger Weg an.“
Stephan A. Toelle (Herr Tötenberg) zu 30 Filmen „Nord bei Nordwest“
Die 30 Filme fühlen sich auf der einen Seite wie eine lange Abenteuerreise und gleichzeitig wie ein warmer, wohliger Weg an. An meinen ersten Drehtag im Jahr 2014 erinnere ich mich noch zu gut. Mich begeistern immer wieder die schrägen Geschichten, die sich die Autoren ausdenken, und dass in Schwanitz mit diesen Bewohnern und Besuchern alles möglich ist.
Jedes Mal schaue ich zuerst, welchen neuen Job Herr Ösker hat und ob wir auf der Insel Fehmarn drehen dürfen. Herr Töteberg ist mir nicht nur äußerlich sehr ans Herz gewachsen. Es ist eine Freude, diese etwas verrückte Welt mit Regine Hentschel als „Blecki" und all den anderen tollen Leuten aus dem Ensemble weiter zu erträumen, und es ist ein wunderbares „Zusammenleben“ mit meiner Film-Figur. Ich freue mich, wenn mich die Leute auf der Straße ansprechen und sagen: „Von Ihnen möchte ich am liebsten bestattet werden!“
Dabei habe ich bis heute noch nie einen Toten gesehen und bin auch nicht scharf darauf ...
„Bine ist mir ans Herz gewachsen. Ich mag ihren optimistischen Pragmatismus, gepaart mit einer verrückten Naivität, eine Frau, die den Glauben an die große Liebe nicht verliert.“
Victoria Fleer (Bine Pufal) zu 30 Filmen „Nord bei Nordwest“
Ich erinnere mich noch gut an das damalige Casting. Ich las das Drehbuch zu der ersten Folge „Käpt´n Hook“ und mit großer Freude verliebte ich mich direkt in die einzelnen Charaktere, die unser Autor Holger Karsten Schmidt ins Leben gerufen hat. Damals dachte ich schon: Das macht Lust auf mehr!
Wenn ich darüber nachdenke, dass wir alle schon seit zwölf Jahren „Nord bei Nordwest" drehen dürfen und mittlerweile so viele, treue Zuschauer haben, bin ich wirklich gerührt. Die Reihe basiert auf fantastischen Drehbüchern, die mittlerweile Kult-Status erreicht haben. Das Arbeiten am Drehort fühlt sich eher nach Klassenfahrt und nicht nach Arbeit an. Das verdanken wir dem großartigen Team vor und hinter der Kamera. Es klingt vielleicht pathetisch, aber ich meine es wirklich so. Es ist ein Geschenk, mit Menschen arbeiten zu dürfen, die immer positiv, kreativ und wahnsinnig lustig sind. Wir haben Spaß bei der Arbeit, freuen uns aufeinander, dürfen eigene Ideen einfließen lassen, improvisieren, und manchmal fällt es schwer, in ernsten Szenen nicht zu lachen.
Über die neuen Drehbücher freue ich mich immer sehr und bin jedes Mal gespannt, was in meiner Dorfkneipe „Pension Ahab“ passieren darf. Bine ist mir ans Herz gewachsen. Ich mag ihren optimistischen Pragmatismus, gepaart mit einer verrückten Naivität, eine Frau, die den Glauben an die große Liebe nicht verliert. Gibt es in Schwanitz einen passenden Mann für sie?
Meine Nachbarn und der Kiosk-Besitzer aus dem Viertel begrüßen mich immer mit einem Lächeln und fragen, wann es denn endlich wieder neue Folgen gibt.
Schwanitz lebt, „Nord bei Nordwest“ ist Kult. Mehr geht nicht.
„Wenn ich an 30 Folgen „Nord bei Nordwest“ denke, erfüllt mich als Produzent in erster Linie große Dankbarkeit.“
Seth Hollinderbäumer, Produzent, zu 30 Filmen „Nord bei Nordwest“
Wenn ich an 30 Folgen „Nord bei Nordwest“ denke, erfüllt mich als Produzent in erster Linie große Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass die Zuschauer unsere kleine, ungewöhnliche Reihe nach so vielen Filmen immer noch so lieben und dementsprechend zahlreich einschalten. Dass uns der Sender auch nach so vielen Jahren immer noch das Vertrauen schenkt. Dass unseren Autoren immer wieder aufs Neue so schöne, schräge, spannende und gleichzeitig lustige Geschichten einfallen. Dass unser Ensemble auch weiterhin eine so große Spielfreude an den Tag legt, als wäre es die erste Folge, und ich empfinde natürlich Dankbarkeit gegenüber dem gesamten Team, das jede einzelne Episode mit so viel Liebe zum Detail ausstattet, im Bild einfängt und musikalisch untermalt, dass ich mich wirklich sehr glücklich schätzen darf.
Impressum
Herausgegeben von Presse und Kommunikation / Unternehmenskommunikation
Redaktion:
Bettina Brinker, NDR/Presse und Kommunikation
Mitarbeit:
Nicola Sorgenfrey, NDR
Interviews, Rollenprofile, Texte:
Gitta Deutz
Gestaltung:
Janis Röhlig, NDR/Presse und Kommunikation
Bildnachweis:
NDR/Gordon Timpen (Vorwort/Joshy Peters/Stephan A. Toelle/Victoria Fleer)
NDR/Sandra Hoever (Cem Ali Gültekin/Regine Hentschel)
NDR/Jens-Ulrich Koch (Seth Hollinderbäumer)
Fotos:
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Presseservice:
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