NORD BEI NORDWEST

BLINDGÄNGER

DONNERSTAG, 5.2.2026, 20.15 UHR, IM ERSTEN
AB 1.1.2026 IN DER ARD MEDIATHEK

INHALT

Der Fund eines Blindgängers versetzt Schwanitz in Aufregung. Unter der Leitung von Hauke Jacobs und Hannah Wagner muss der gesamte Ort so schnell wie möglich evakuiert werden. Doch beim Klingelrundgang bemerken die Polizisten im Haus der kauzigen Mareike Thorgard Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Eine Waffe im Vorgarten, Blut in der Küche. Was ist passiert? Und wo ist Mareikes Sohn Jürgen?
Obgleich von einer Leiche jede Spur fehlt, verständigen Hauke und Hannah die Spusi und nehmen die Ermittlungen auf. Ausgerechnet Hannahs Bruder Frederik Wagner ist als Kampfmittel-Spezialist mit der Entschärfung des Blindgängers beauftragt. Vergrabene Konflikte zwischen Hannah und ihm kommen wieder hoch. Die Stimmung: in jeder Hinsicht geladen.
Derweil ist Jule Christiansen auf der Suche nach einem Mädchen, das bei der Untersuchung ihres Hundes in der Tierarztpraxis einfach davongelaufen ist. Jetzt stellt sich heraus, dass Roxana aus einem Heim in Kiel abgehauen und der Hund gestohlen ist. Jule meldet sich als freiwillige Helferin, um das Mädchen zu finden. Und doch scheint die herumstreunende Minderjährige nicht das größte Problem zu sein: Bei Hauke und Hannah erhärtet sich der Verdacht, dass sich die Waffenmafia in der Gegend herumtreibt. Was also hat der skrupellose Soroka im beschaulichen Schwanitz zu suchen?
Hauke und Hannah geraten immer weiter zwischen die Fronten von Bombenfund und Mordermittlung. Die Gefahrenlage ist in jedem Falle außergewöhnlich. Denn für den ahnungslosen Jürgen Thorgard ist bereits ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel im Gange, in das nicht nur die Bestatter Ellen Bleckmann und Michael Töteberg, sondern auch Jürgens Kegelbruder Mehmet Ösker verwickelt werden …

BESETZUNG

Hauke Jacobs
Hinnerk Schönemann

Hannah Wagner
Jana Klinge

Jule Christiansen
Marleen Lohse

Mehmet Ösker
Cem Ali Gültekin

Herr Töteberg
Stephan A. Tölle

Frau Bleckmann
Regine Hentschel

Puttkammer
Joshy Peters

Jürgen Thorgard
Pit Bukowski

Mareike Thorgard
Gitta Schweighöfer

Andrej Soroka
Max Hopp

Frederik Wagner
Mike Hoffmann

Lutz Budde
Robin Bongarts

Roxana Dannitzer
Eilin Aliza

Holly
Fritz

u. v. m.

STAB

Regie
Hinnerk Schönemann

Reihenidee
Holger Karsten Schmidt

Buch
Mariann Kaiser

Kamera
Uwe Neumeister

Szenenbild
Kay Anthony

Maske
Simone Rademacher, Marie-Ena Wolf

Kostümbild
Antje Petersen

Schnitt
Tina Freitag

Ton
Maarten van de Voort

Casting
Marion Haack

Musik
Stefan Hansen

Produzenten
Seth Hollinderbäumer, Joshua Lantow, Oliver Behrmann

Redaktion
Donald Kraemer (NDR), Katja Kirchen (ARD Degeto Film)

Drehzeit
2. Februar 2025 – 12. März 2025

Länge
88:58 Minuten

Drehorte
Fehmarn und Umgebung, Hamburg und Umgebung

„Nord bei Nordwest - Blindgänger“ ist eine Produktion der triple pictures GmbH im Auftrag der ARD Degeto Film und des Norddeutschen Rundfunks für die ARD.

Max Hopp spielt

ANDREJ
SOROKA

„Eine Figur wie Soroka ist ein gefundenes Fressen für einen Schauspieler.“

Abgebrüht und in hohem Maße von sich selbst überzeugt, geht Andrej Soroka in Schwanitz auf die Suche nach einem Waffenlager, das sich dort irgendwo befinden soll, und vor allem nach den Leuten, die mit den versteckten Waffen handeln und sich damit in das Geschäft seines Auftraggebers einmischen. Handelt es sich bei Soroka um einen Handlanger der Waffenmafia? Sein skrupelloses Auftreten lässt es zumindest vermuten. Sehr bald stellt sich heraus, dass es sich bei Sorokas Auftrag alles andere als um ein leichtes Unterfangen handelt. Soroka mag zwar ein eiskalter Typ sein, einer, der über Leichen geht, wenn es ihm dient, aber da er grundsätzlich zur Selbstüberschätzung neigt, gerät er immer wieder in irrwitzigste Situationen, ob unfreiwillig oder beabsichtigt. Nahezu alles läuft schief, die Blessuren an seinem Körper nehmen zu und irgendwann bricht es aus ihm heraus: „Dieses Schwanitz ist die Hölle!“ Doch einer wie Soroka lässt sich nicht unterkriegen. Stoisch und erhobenen Hauptes kämpft er immer weiter und wird letztlich sogar fündig – doch auch dann meint es das Schicksal nicht gut mit ihm. Sorokas Freude ist tragischerweise nur von kurzer Dauer.

Herr Hopp, Sie spielen in "Nord bei Nordwest - Blindgänger" den skrupellosen Gangster Soroka. Was hat Sie an dieser Figur gereizt, was überzeugt, dieses Angebot anzunehmen?
Ich finde generell, dass die Reihe „Nord bei Nordwest“ aufgrund ihrer Qualität eine besondere Stellung in der deutschen Fernsehlandschaft einnimmt. Insofern ist es also eine Freude, gefragt zu werden, dort mitzuspielen. Und wenn man dann noch ein Drehbuch zu lesen bekommt, in dem eine Geschichte mal anders erzählt wird als gradlinig und nur am „Realismus“ orientiert, dann freut man sich noch mehr. Eine Figur wie Soroka ist ein gefundenes Fressen für einen Schauspieler. Die Balance, einen ernstzunehmend bedrohlichen Charakter zu spielen, dem gleichzeitig ungeheuer blöde und absurd-witzige Sachen passieren – Rückschläge und Niederlagen, die in ihrer Anzahl und Wucht aberwitzig wirken –, ist ein Spaß und ein wunderbar erfrischender Drahtseilakt. So etwas bekommt man nicht alle Tage angeboten und deswegen war mir klar, dass ich mir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen wollte.

Sokora muss auf seiner Jagd etliche Nackenschläge einstecken, dennoch gibt er nicht auf. Hat Sie in der Überspitzung der Rolle eine bestimmte Figur aus der Filmgeschichte zu Ihrem Spiel inspiriert?
Es gibt natürlich das große Vorbild Quentin Tarantino, den Meister solcher überhöhten Erzählungen. Aber auch bei Detlev Buck oder Fatih Akin findet man den Spaß an der Überhöhung von Situationen oder Figuren. Ich habe mich also nicht speziell von einer bestimmten Filmfigur inspirieren lassen, wohl aber von einem ganzen Genre.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Hinnerk Schönemann empfunden, der in diesem Film nicht nur als einer der Hauptakteure vor der Kamera stand, sondern die Geschichte auch inszenierte?
Hinnerk ist ein wunderbarer Schauspielkollege und, wie ich jetzt auch erfahren durfte, Regisseur. Sein Humor ist ein Schlüssel zu nahezu allen Situationen am Set und innerhalb der szenischen Arbeit. Darüber hinaus ist er ein ernsthafter Arbeiter und sehr gut vorbereitet, was er natürlich nicht zeigt, man aber merkt, wenn man mit ihm an einer Szene arbeitet. Er weiß schon sehr genau wohin er mit einer Szene will, und er ist Schauspieler genug, um allen Spielerinnen und Spielern die größtmögliche Freiheit zu lassen, um selbst wieder von Unerwartetem überrascht werden zu können. Ich könnte mich also dazuhinreißen lassen, diese Arbeit und die Begegnung mit ihm als pures Vergnügen zu bezeichnen.

„Blindgänger“ ist eine schwarze Komödie, die mir erlaubte, neben dem norddeutschen trockenen Humor, der „Nord bei Nordwest“ auszeichnet, viel schwarzen Humor einzubauen.“

Ein Gespräch mit Hinnerk Schönemann, Regisseur von „Blindgänger“

Herr Schönemann, „Blindgänger“ ist Ihre dritte Regiearbeit. Wie haben Sie diese erlebt? Und ist es für Sie eine Herausforderung, zugleich vor und hinter der Kamera zu stehen?
Diese Regiearbeit war wieder wie ein absolutes Geschenk! Ich habe mich sehr sicher gefühlt, konnte erneut Neues ausprobieren und ausreizen, wusste aber auch, was ich weglassen würde. „Blindgänger“ ist eine schwarze Komödie, die mir erlaubte, neben dem norddeutschen trockenen Humor, der „Nord bei Nordwest“ auszeichnet, viel schwarzen Humor einzubauen. An den Reaktionen des Publikums auf dem Filmfestival des deutschen Films Ludwighafen, auf dem der Film Premiere hatte, habe ich gemerkt, dass das Ergebnis gut ankam, alle waren extrem wohlwollend. Ich kann mich nur wiederholen: Mit dem Schritt, nicht nur vor der Kamera zu agieren, sondern auch Regie führen zu dürfen, habe ich meine Erfüllung gefunden. In diesem Film als einer der Hauptakteure vor der Kamera zu stehen und zugleich Regie zu führen, fiel mir leicht. Ich kenne Hauke ja sehr gut und kann ihn trotz der Arbeit hinter der Kamera genauso eigenbrötlerisch durchs Leben laufen lassen.

Charakteristisch für Ihre Handschrift ist, dass Sie in Ihre Regiearbeit viele originelle Dinge einbauen, die nicht im Drehbuch stehen, und auch gern mit Überhöhungen spielen, wie etwa mit der Montage, den Killer Soroka durch die Luft fliegen zu lassen. Was reizt Sie daran?
Beides liebe ich und ich freue mich, dass ich die Freiheit habe, meine Ideen umzusetzen. Die skurrilen Sinnsprüche zum Beispiel, die auf den Werbetafeln vor der Backstube oder dem Hafenmeister stehen, fielen mir spontan ein. Den Slogan „Gestern noch geritten, heute schon mit Fritten“ vor der Roßschlachterei kannte ich noch aus meiner Kindheit. Und die Figur Sokora wollte ich in fast jeder Szene, in der er auftaucht, karikieren. Dieser böse Killer stolpert von einem Fettnäpfchen in das nächste, ohne die Contenance zu verlieren, und das so oft, dass man fast Mitleid mit ihm bekommt.

Was hat es mit dem Igel auf sich, der immer mal wieder durchs Bild läuft?
Ich wollte unbedingt ein Tier haben, das diese Geschichte begleitet. Und einen Igel gab es in unserer Reihe bislang noch nicht. Da Igel aber unter Artenschutz stehen, dürfen sie für Filmaufnahmen nur kurz ausgewildert und nur unter Aufsicht eines spezialisierten Tiertrainers eingesetzt werden. Das haben wir befolgt – ein einfacher Kollege war unser Igel allerdings nicht. Einmal mussten wir fast zwei Stunden warten, bis er von der einen zur anderen Seite lief.

In dieser Geschichte ist Hauke Jacobs nach längerer Zeit wieder als Tierarzt im Einsatz. Gefiel Ihnen dieser Einfall?
Er war eine schöne Idee, schließlich hat Hauke damals in Schwanitz als Tierarzt angefangen. Dass er nun wieder am OP-Tisch steht, ist allerdings der Situation geschuldet: Den soeben erschossenen Hund will er wieder ins Leben zurückholen. Da muss er nicht lange überlegen, ob er Jule mit dieser Aufgabe allein lassen kann. Mir war bei der Inszenierung dieser Szene wichtig, dass der Hund nicht nur angeschossen, sondern unbedingt tot sein sollte. Ich wollte ins Extreme gehen, wollte auch hier übertreiben! Der Zuschauer ist zunächst geschockt, um dann wenig später aufzuatmen.

Wie sind Sie auf die Besetzungen der Gastrollen mit Max Hopp, Pit Bukowski und Gitta Schweighöfer gekommen?
Für die Rolle des Killers Soroka brauchte ich unbedingt jemanden, der körperlich arbeiten kann. Von Max Hopp wusste ich, dass er das beherrscht, denn ich hatte mit ihm in einer „Marie Brand“-Folge gespielt. Außerdem haben wir den gleichen Humor. Für die Rolle Jürgen Thorgard suchte ich jemanden, dem man abnimmt, dass er noch bei seiner Mutter lebt und eine enge Beziehung zu ihr hat, und der überdies eine Grundaggressivität spielen kann, zugleich aber auch Hilfsbedürftigkeit ausstrahlt. Pit Bukowski, mit dem ich auch schon einmal gedreht habe, hatte ich bereits beim Lesen des Drehbuchs im Kopf. In der Geschichte geht es um Waffen, die im Zuge der Wende verschwanden, um illegalen Waffenhandel. Gitta Schweighöfer war nicht nur die perfekte Wahl für die Rolle der Mareike Thorgard – sie füllte sie mit so viel Spaß, Energie und Wucht aus, dass ich nur staunen konnte. Bei allen drei Schauspielern konnte ich aus dem Vollen schöpfen!

„Blindgänger“ erzählt auch etwas über Hannah Wagner, die das Wiedersehen mit ihrem Bruders in Schwanitz aus der Bahn wirft. War es eine Herausforderung, diese angespannte Beziehung zu inszenieren?
Mir war sehr wichtig, Hannah Wagner, die sich im Vergleich zu Jule immer sehr unter der Kontrolle hat und nicht allzu viel von sich preisgibt, viele Emotionen zu entlocken. Einerseits sollte sie die jahrelang unterdrückte Wut, Trauer und Enttäuschung über das, was sie mit ihrem Bruder Frederick erlebt hat, rauslassen, andererseits einen Weg finden, mit der neuen Situation umzugehen. Die spannungsgeladene Stimmung zwischen Hannah und Frederick, der sich anfangs genauso sperrig und gereizt wie seine Schwester ist, sollte die ganze Zeit über anhalten, bis es im wahrsten Sinne des Wortes zum Knall kommt. Für mich ist das eine Geschichte von zwei Geschwistern, die sich als Kinder mochten, dann durch ein einschneidendes Erlebnis den Kontakt abbrachen, um sich jetzt wiederzufinden. Außerdem wird Hannah durch diese Geschichte nahbarer, der Zuschauer lernt eine ganz neue Seite von ihr kennen.

Bislang haben sich Jule Christiansen, Hauke Jacobs und Hannah Wagner konsequent gesiezt. Jule möchte nun gern ins Du übergehen. Hauke scheint nicht davon begeistert zu sein.
Er findet das nicht gut, das ist ihm zu viel Kumpelei und Nähe. Wenn man sich siezt, geht man vorsichtiger, höflicher und respektvoller miteinander um. Deshalb will er das Duzen nicht, was er, wortkarg wie er ist, zwar nicht sagt, aber er vermeidet oder umschifft es. Auch wenn es zwischen den Dreien knistert und zu Berührungen oder sogar mal zum Kuss kommt, kann man doch beim Sie bleiben, denkt Hauke.

Kennzeichnend für „Nord bei Nordwest“ ist, dass die Geschichten sehr unterschiedlich sind. Was ist „Pechmarie“ für Sie?
Ich kann mich nur wiederholen: Jeder „Nord bei Nordwest“-Film ist wie ein Gericht, das immer anders gewürzt wird. „Pechmarie“ ist Krimi und Drama zugleich. Vor dem Hintergrund des Drogendeals, der vier Menschen das Leben kostet, erzählt es die Geschichte einer alleinstehenden jungen tauben Frau, die fast alles in ihrem Leben verloren hat und jetzt um das Letzte kämpft, das ihr noch bleibt: ihr Elternhaus. Wie Marie Hansen den Widerständen trotzt und dabei ihre Würde bewahrt, finde ich toll. Hauke sieht das genauso und macht Marie Hansen am Schluss ein großes Geschenk – auch eine Pechmarie muss mal Glück haben!

In „Pechmarie“ treibt alle die Frage um, was Glück ist. Was ist für Sie Glück?
Das Leben, das ich momentan führe, liebe und schätze ich sehr. Ich bin gesund, habe eine tolle Familie und schöne Arbeiten. Aber mit Blick auf das Weltgeschehen wäre ich sehr glücklich, wenn die Kriege endlich aufhören. „Manchmal wird die Welt ein Stück besser, wenn einige Menschen nicht auf ihr sind“, würde Hauke sagen.

„Ich mag die Art, wie hier Krimis erzählt werden – nicht über geradlinige Ermittlungs-Plots, sondern ein bisschen anders, wilder und mit einer Vorliebe für ungewöhnliche Episodenfiguren.“

Ein Gespräch mit Autorin Mariann Kaiser

Frau Kaiser, was hat Sie daran gereizt, eine Geschichte zu dieser Reihe zu schreiben?
Ich muss mich an dieser Stelle als „Nord bei Nordwest"-Fan outen. Ich verfolge die Reihe schon seit Langem, schaue mir sie einfach wahnsinnig gerne an. Die Figuren sind in ihrer Unbedarftheit so liebenswert, der Cast sowieso großartig. Vor allem aber mag ich die Art, wie hier Krimis erzählt werden – nicht über geradlinige Ermittlungs-Plots, sondern ein bisschen anders, wilder und mit einer Vorliebe für ungewöhnliche Episodenfiguren.

Holger Karsten Schmidt und Niels Holle verfassten die Bücher zu den 27 bislang ausgestrahlten Filmen der Reihe. Geht man da als „Neue" mit einem gewissen Respekt an die Arbeit heran?
Ja, das sind großartige Autoren, deren Arbeit ich schon bewundert habe, als ich selbst noch nicht im Drehbuchgeschäft war. Ehrlich gesagt, hatte ich mir keine großen Chancen ausgerechnet, da reinzukommen. Ich dachte, die Reihe ist fest in deren Hand und an Ideen mangelt es den beiden ja offenbar auch nicht. Als es dann aber doch klappte, habe ich mich sehr gefreut, aber gleichzeitig gedacht: Hoffentlich fahr ich das nicht vor die Wand!

War es eine Herausforderung, die Hauptcharaktere zu erfassen und mit ihren Eigenarten „authentisch" darzustellen?
Bei manchen Figuren fiel es mir leichter, bei anderen schwerer. Bei Jule, Mehmet Ösker und den Bestattern war mir schnell klar, wie sie ticken. Bei Hauke und Hannah habe ich mich in der ersten Drehbuchfassung zugegebenermaßen völlig im Ton verhauen und sie viel zu reflektiert sprechen lassen. Aber sie sind ja auch Charaktere, die sich nicht so leicht in den Kopf gucken lassen.

Wie haben Sie sich die Tonalität der Reihe angeeignet? War es ein langsames Herantasten oder ging das ziemlich schnell?
Tonalität und Humor der Reihe treffen bei mir voll ins Zuschauer-Herz. Das ist bestimmt eine gute Voraussetzung fürs Schreiben. Die Erzählstruktur habe ich bei einigen früheren Folgen analysiert, um ein Gespür dafür zu bekommen. Was die Komik betrifft, bin ich grundsätzlich offen und mache mir wenig Druck. Die entfaltet sich ohnehin erst; beim Schreiben kommt eins zum anderen oder wird durch Feedback wachgekitzelt.

Hannah Wagner bekommt in Ihrem Buch eine private Geschichte, durch die man sie näher kennenlernt. Wie kamen Sie auf diese Idee und wie darauf, den Kampfmittel-Spezialisten ausgerechnet von ihrem Bruder spielen zu lassen?
Meine erste Idee war es, eine Geschichte zu erzählen, in der sich der Fund eines Blindgängers mit einem Verbrechen kreuzt. Wer hat in einem solchen Szenario das Sagen? Welchen Raum bietet ein evakuierter Ort? Hinzu kam, dass ich von Hannah Wagner gerne eine private Seite zeigen wollte. Ich habe mich gefragt, ob sie Familie hat und womöglich bewusst irgendwo etwas zurückgelassen hat, als sie nach Schwanitz kam. Es hat sich sehr angeboten, etwas aus ihrer Vergangenheit zu erzählen, was lange wie eine Bombe unter der Oberfläche gelegen hat. So kam der Bruder ins Spiel.

„Dieses Schwanitz ist die Hölle", flucht an einer Stelle der gebeutelte Killer Soroka. War es für Sie ein Vergnügen?
Es hat wirklich riesengroßen Spaß gemacht, einen Gangster durch die Schwanitzer Hölle zu schicken. Und ich liebe es, wie Max Hopp diese Rolle spielt!

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Redaktion:
Bettina Brinker, NDR/Presse und Kommunikation

Mitarbeit:
Nicola Sorgenfrey, NDR

Texte & Interviews:
Gitta Deutz

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Janis Röhlig, NDR/Presse und Kommunikation

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