Interview mit Dominik Klein

Der Bundestrainer setzt bei der EM auf frische Kräfte. Auch ihr seid ein frisches Duo vor der Kamera. Wie war für dich die Umstellung auf einen neuen Partner?

Wir hatten unsere Premiere beim Füchse-Spiel gegen Magdeburg gleich am Anfang der Saison. Ich glaube, unter sportbegeisterten Menschen wird man schnell zu einer Einheit. Ich habe die Umstellung ehrlich gesagt gar nicht so richtig gespürt. Viele Themen, die ich vorher mit Alex Bommes besprochen hatte, konnten wir auch sehr unkompliziert auf einer lockeren Ebene weiterführen. Das war also ein wirklich guter Start. Ich freue mich jetzt auf ein längeres Turnier, bei dem wir die Nationalmannschaft begleiten können – hoffentlich sehr lange!

Was ist die größte Stärke des deutschen Kaders?

Wenn ich die Entwicklung der letzten Turniere sehe und auch das letzte Länderspiel im Kopf habe, ist vor allem der Abwehrverbund zu nennen, der sich wirklich sehr gut eingespielt hat, und die Variabilität im Rückraum. Aus dieser starken Abwehr heraus ist auch das Tempospiel deutlich besser geworden. Das würde ich als große Stärke der deutschen Mannschaft bezeichnen.

Was traust du dieser jungen Mannschaft zu?

Es ist ja eine extrem schwierige Hauptrundengruppe, die auf die deutsche Mannschaft zukommt. Daher brauchen sie schon in der Vorrunde mit Österreich, Serbien und Spanien die bestmögliche Punktausbeute, sonst wird das mit dem Halbfinale fraglich. An sich traue ich der Mannschaft ein Turnier zu, bei dem alles dabei sein wird: dominierende Spiele, enge Spiele, vielleicht auch mal eine Niederlage. Denn in der Hauptrunde warten mögliche Gegner wie Dänemark, Frankreich, Portugal oder Norwegen – das ist schon der deutlich schwierigere Turnierbaum im Vergleich zu den anderen Gruppen. Daher: Halbfinale – aber mit einem Fragezeichen.

NDR/Ralf Pleßmann

NDR/Ralf Pleßmann